Phase 3: Scan

In der Scan-Phase wird aus den empfangenen Rohdatenspuren der digitale Zwilling der Anlage erzeugt. Hierfür werden sogenannte Mapping-Regeln erstellt — per AI-Assistent, manuell im Regel-Editor oder durch Import einer Vorlage. Eine Simulation zeigt das Ergebnis als Gerätehierarchie. Beim Abschluss der Phase wird der Zwilling an die Amperecloud-Plattform übertragen.

Übersicht

Scan-Übersicht

Die Ansicht ist zweigeteilt:

Der Gerätebaum zeigt die Hierarchie: Facility → Datenlogger → Wechselrichter → Strangsicherungskästen → Strings. Jede Zeile zeigt Gerätenamen, Typ, Metadaten (Modell, Name, Nennleistung, Seriennummer) und die Anzahl der zugeordneten erforderlichen Messwerte als Statuspille.

Farbcodierung

Suche und Filter

Über das Suchfeld und den Typfilter können Geräte gezielt gefunden werden. Dies ist besonders bei Anlagen mit vielen Komponenten hilfreich.


Erweiterte Panels

Über das Drei-Punkte-Menü (⋮) in der Kopfzeile des Gerätebaums können drei Panels einzeln geöffnet werden. Es ist immer nur ein Panel gleichzeitig sichtbar; das Öffnen eines Panels schließt das andere. Die linke Seitenleiste wird dabei automatisch eingeklappt, damit der zusätzliche Bereich maximal Platz hat:


AI-Assistent (Spark AI)

AI-Assistent

Der AI-Assistent Spark führt den Scan-Prozess durch:

  1. Ruft die Datenquellen und die Anlagen-Konfiguration ab
  2. Sucht passende Vorlagen im System
  3. Analysiert die Rohdatenspuren und Metadaten
  4. Erstellt oder adaptiert Mapping-Regeln und speichert sie pro Datenlogger
  5. Führt eine Simulation durch und prüft die Ergebnisse gegen die Anlagen-Konfiguration

Der Chat zeigt eine Zusammenfassung mit Gerätestatistiken, Hierarchie-Darstellung und Warnungen (z.B. unerwartete Anzahl Wechselrichter, fehlende erforderliche Messwerte).

Stop-Button

Ein laufender AI-Agent kann jederzeit über den Stop-Button abgebrochen werden. Das Abbrechen funktioniert auch aus einem anderen Browser-Tab oder Fenster heraus, da der Status über einen serverseitigen Event-Bus synchronisiert wird.


Mapping-Regel-Editor

Mapping-Regel-Editor

Der Regel-Editor ermöglicht die manuelle Erstellung und Bearbeitung von Mapping-Regeln. Jede Regel definiert, wie Rohdatenspuren auf Geräte und Messwerttypen abgebildet werden.

Regelauswahl

Im oberen Bereich des Editors befinden sich:

Geräte-Ausdruck (Regex)

Der Ausdruck definiert, welche Rohdatenspuren dieser Regel zugeordnet werden. Es handelt sich um einen regulären Ausdruck (Regex). Darunter werden alle passenden Datenspuren mit ihren aktuellen Werten aufgelistet. Capture Groups (Klammern im Regex) werden farblich hervorgehoben und können in den Feldern Geräte-ID, Eltern-ID und Gerätename als Platzhalter $1, $2 usw. referenziert werden.

Geräte-Konfiguration

Messwerttypen

Jede Zeile definiert eine Zuordnung zwischen einem Regex-Ausdruck und einem Messwerttyp:

Hinweis: Der Ausdruck muss eindeutig sein — er darf nur eine Datenspur pro Gerät treffen. Mehrdeutige Ausdrücke (z.B. PF das sowohl PF als auch PFExt trifft) werden als Fehler gemeldet.

Metadaten und Status Codes

Weitere Abschnitte im Editor ermöglichen die Zuordnung von Metadaten (Name, Seriennummer, Nennleistung, Modell) und Status Codes zu den Geräten.


Direkte Zuordnungen

Direkte Zuordnungen

Einige erforderliche Messwerte gehören nicht zu den durch Regeln erzeugten Geräten, sondern direkt zur Facility (die gesamte Anlage) oder zu einem Datenlogger. Beispiele:

Im Panel “Direkte Zuordnungen” können solche Rohdatenspuren direkt einem bestehenden Gerät zugeordnet werden, ohne neue Geräte zu erzeugen.


Aufgaben

Für die Scan-Phase gibt es vier Aufgaben:

  1. Vollständigkeit der Komponenten prüfen: Alle erwarteten Komponenten müssen erkannt werden. Abgleich mit Anlagendokumentation oder Inbetriebnahmeprotokoll.
  2. Verfügbarkeit aller notwendigen Daten prüfen: Alle erforderlichen Messwerttypen müssen für jedes Gerät empfangen werden.
  3. Metadaten prüfen: Name, Seriennummer, Nennleistung und Modell sollten extrahiert werden, soweit in den Rohdaten verfügbar. Stichproben pro Gerätetyp sind ausreichend.
  4. Skalierung prüfen: Werte müssen plausibel sein und dürfen nicht um einen Faktor abweichen (z.B. W statt kW).

Die Aufgaben 2–4 sind erst nach Abschluss von Aufgabe 1 verfügbar.


Phase abschließen

Sobald alle Aufgaben erledigt sind, kann die Phase über “Als erledigt markieren” abgeschlossen werden.

Pre-Completion-Validator

Vor dem Abschluss prüft das System:

Schlägt eine Prüfung fehl, erscheint ein Fehlerdialog mit einer klaren Beschreibung der offenen Punkte. Die Phase kann erst abgeschlossen werden, wenn alle Fehler behoben sind.

Hinweis: Der Abschluss der Scan-Phase erzeugt den initialen Digitalen Zwilling aus dem Simulationsergebnis. Dieser wird in der nächsten Phase weiter verfeinert und erst dann auf die Plattform übertragen. Wird die Scan-Phase später erneut geöffnet, wird der digitale Zwilling beim erneuten Abschluss komplett aus dem aktuellen Simulationsergebnis wiederhergestellt.


Nächste Phase

Nach dem Abschluss wird die nächste Phase Digitaler Zwilling freigeschaltet. → 05-Digitaler-Zwilling